Jedes Jahr, wenn es auf den Herbst zugeht, erwarten die Schweizer Versicherten die Veröffentlichung der Krankenkassenprämien für das kommende Jahr. Denn wie jeder weiss, kann es gute als auch schlechte Nachrichten geben, eine Senkung der Prämie ist ebenso möglich wie ein Anstieg. Wann genau die Prämien für 2023 veröffentlicht werden, kann aktuell aber nur geschätzt werden. Allerdings gibt es bereits einige Hinweise darauf, in welche Richtung sich die Prämien im kommenden Jahr entwickeln werden.
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Veröffentlichung meist Ende September
Erfahrungen aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass die neuen Prämien meist in der vorletzten oder letzten Septemberwoche vom BAG veröffentlicht werden, unabhängig davon, in welche Richtung sich die Prämie für das nächste Jahr entwickelt. Doch auch schon vor der endgültigen Veröffentlichung durch das BAG können einige Prognosen anhand aktueller Daten getroffen werden. So erwarten Expertinnen und Experten für 2023 eine deutliche Steigerung der aktuellen Prämien.
2023 könnten die Prämien deutlich steigen
Im Gegensatz zu den stabilen Prämien der letzten Jahre, die 2022 sogar leicht sanken, soll es für das kommende Jahr zu einer deutlichen Erhöhung der Prämien kommen. Aktuell rechnen die Experten mit einer Steigerung der Prämie um durchschnittlich fünf Prozent – für manche Versicherte können die Prämie sogar um bis zu zehn Prozent steigen. Abhängig vom eigenen Wohnort und der Versicherungssituation ist auch eine gleichbleibende Prämie nicht ausgeschlossen, davon werden im kommenden Jahr aber nur wenige Versicherte profitieren. Senkungen der Prämien sind für 2023 nicht zu erwarten.
Gründe für den Prämienanstieg
Die Gründe für den Prämienanstieg bestehen wohl in unterschiedlichen Bereichen. Zum einen wirkt eine solche Prämienerhöhung deutlich grösser, wenn man die letzten vier Jahre zum Vergleich heranzieht. Die zum Teil ausgebliebenen Erhöhungen führen nun zu einem Nachholeffekt und die Steigerung wirkt nur deshalb so hoch, weil auf eine allmähliche Steigerung verzichtet wurde. Zum anderen sind die Kosten für die Gesundheitsversorgung in der Schweiz im vergangenen Jahr deutlicher gestiegen als erwartet, ein Grund dafür ist die hohe Anzahl an nachgeholten Behandlungen und Operationen, auf die in der Corona-Pandemie zunächst verzichtet wurde.
Zuletzt zu nennen ist ausserdem die Tatsache, dass die Krankenkassen im letzten Jahr vom Bundesrat dazu angehalten waren, Reserven abzubauen. Dies führte im letzten Jahr zwar zu stabilen Prämien, hat aber nun die Auswirkung, dass keine Reserven mehr übrig sind, mit denen die aktuelle Erhöhung ausgeglichen werden könnte.
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So können Sie trotz steigender Prämie in der Grundversicherung sparen
Steigt Ihre Prämie im kommenden Jahr deutlich an, können Sie einige Schritte unternehmen, um dennoch nicht so viel für Ihre Krankenkasse zu bezahlen. Zunächst sollten Sie prüfen, ob für Sie auch ein anderer Tarif Ihres Versicherers infrage kommt, zum Beispiel ein HMO-Tarif oder ein Telemedizin-Modell. Diese sind bei fast allen Versicherern günstiger zu haben als die Grundversicherung im Standard-Modell.
Auch über die Zahlweise der Prämie können Sie Geld sparen: Zahlen Sie Ihre Prämie zum Jahresanfang für das ganze Jahr, wird Ihnen von vielen Versicherungen ein Rabatt zwischen 0,5 und 2 % der jährlichen Prämie gewährt. Eine weitere Möglichkeit, die Prämie zu senken, ist die Wahl einer höheren Franchise, denn je höher die Franchise in einem Tarif ist, desto niedriger ist die Prämie dafür. Bei der Wahl der passenden Franchise gilt übrigens, dass sich mittlere Stufen in der Regel am wenigsten lohnen – am besten fahren Sie mit der niedrigsten oder höchsten Franchise-Stufe.
Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft und Sie sind immer noch unzufrieden mit Ihrer Prämie, bleibt auch noch der Wechsel des Anbieters. Oft unterscheiden sich die Prämien der Grundversicherer auch bei identischen Leistungen und es lohnt sich eigentlich immer, einen Vergleich vorzunehmen. Der Wechsel selbst ist zudem unkompliziert möglich und mit wenigen Schritten erledigt. Besonders leicht geht es auch mit unserem kostenlosen Wechsel-Service, der alle Formalitäten für Sie übernimmt.
Unser Fazit
Auch wenn die Krankenkassenprämien im kommenden Jahr wahrscheinlich deutlich steigen werden, bieten sich nach wie vor verschiedene Einsparmöglichkeiten. Überprüfen Sie Ihren Vertrag regelmässig, passen Sie ihn an und scheuen Sie auch einen Wechsel nicht – so stellen Sie sicher, nicht zu viel für Ihre Grundversicherung zu bezahlen. Vergleichen Sie auch immer wieder die Prämien der anderen Anbieter in Ihrem Kanton, denn die aktuell günstigste Versicherung kann schon im nächsten Jahr zu den teuren gehören. Fordern Sie am besten auch unseren individuellen Vergleich der Krankenkassen an, wenn Sie auf der Suche nach der günstigsten Grundversicherung sind.
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.nzz.ch – Wegen steigender Gesundheitskosten und Corona droht ein düsterer Prämienherbst
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