Sie wird immer wieder von verschiedenen Seiten empfohlen und zählt zu den beliebtesten freiwilligen Versicherungen in der Schweiz: die Rechtsschutzversicherung. Sie bietet Sicherheit für juristische Auseinandersetzungen und Konflikte. Versicherung-Schweiz informiert Sie darüber, was genau eine Rechtsschutzversicherung leistet, worauf Sie beim Abschluss achten sollten und wie Sie den richtigen Tarif auswählen.
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Privater Rechtsschutz: Kostenübernahme bei juristischen Konflikten
Wenn von einer Rechtsschutzversicherung die Rede ist, ist meist der Rechtsschutz von Privatpersonen gemeint. Diese stellen mit einer Rechtsschutzversicherung sicher, dass ihnen die Kosten juristischer Auseinandersetzungen erstattet werden. Dazu gehören in erster Linie die Kosten für einen Anwalt, egal ob dieser Sie nur berät oder in einem Prozess vertritt sowie Prozess- und Verfahrenskosten, die bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung entstehen.
Bestandteile der Privatrechtsschutzversicherung
Da es sich bei der Rechtsschutzversicherung um eine private Versicherung handelt, sind die Leistungen nicht bei allen Anbietern identisch. Sie sollten deshalb vor dem Abschluss genau prüfen, welche Leistungen der Tarif enthält, und ob diese zu Ihren Bedürfnissen passen. Allerdings gilt eine Reihe von Leistungen mittlerweile als Standard bei der Rechtsschutzversicherung, deshalb ist eine Kostenübernahme in den folgenden Fällen in den meisten Tarifen automatisch enthalten:
- Streitigkeiten mit Arbeitgebern und Vermietern
- Auseinandersetzungen mit Versicherungen, Pensions- und Krankenkassen sowie Ärzten und Spitälern
- Schadensersatzansprüche und Vermögensschäden
- Streitigkeiten bezüglich Verträgen
Kommt es in diesen Bereichen zu einer juristischen Auseinandersetzung, übernimmt die Versicherung alle Kosten abzüglich Selbstbehalt – egal, ob aus dem Konflikt ein Gerichtsverfahren wird oder Sie sich aussergerichtlich einigen können. Viele Versicherungen bieten ausserdem eine einmalige Beratung in Bereichen, die ansonsten nicht von der Versicherung gedeckt sind.
Optionale Bestandteile der Rechtsschutzversicherung
Nicht jeder benötigt die gleiche rechtliche Absicherung, dies ist auch immer abhängig von der eigenen Lebenssituation. In einigen Bereichen haben Sie bei vielen Anbietern deshalb die freie Wahl und können selbst entscheiden, wie Ihr persönlicher Rechtsschutz im Detail aussehen soll. Mögliche zusätzliche Leistungen der Rechtsschutzversicherungen sind zum Beispiel:
- Internetrechtsschutz, also beispielsweise der Missbrauch von Kreditkarten oder Schäden infolge Phishing oder Hacken einer Seite
- Rechtsschutz für Vermieter
- Rechtsschutz bei Mobbing
- Patientenrechtsschutz
Diese Fälle deckt die Rechtsschutzversicherung nicht
Grundsätzlich nicht in der Police für Rechtsschutzversicherungen enthalten sind Streitigkeiten aus dem öffentlichen Recht, also wenn eine Person juristisch gegen den Staat vorgehen möchte. Ebenfalls keine Leistungen gibt es bei Konflikten aus den Bereichen Steuerrecht, Strafrecht, Ausländerrecht und Baurecht. Zuletzt zu nennen sind juristische Konflikte von Selbstständigen, die deren Gewerbe betreffen, da für solche Auseinandersetzungen eigene Tarife existieren.
Neben Tarifen mit festen Bestandteilen bieten einige Versicherer mittlerweile die Möglichkeit, die Rechtsschutzversicherung individuell anzupassen und nach dem Baukasten-Prinzip Leistungen zu wählen. So können Sie sich auf die Bestandteile beschränken, die Sie wirklich benötigen, und alles andere weglassen. Dadurch können Sie besonders bei Beschränkungen auf wenige Bereiche im Vergleich zum Standard-Tarif bei der Prämie sparen.
Verkehrsrechtsschutz als eigene Kategorie
Ein wichtiger optionaler Baustein ist der Verkehrsrechtsschutz, der den Bereich des Strassenverkehrs abdeckt. Übernommen werden in der Regel die Kosten für Auseinandersetzungen, die mit Ihrem Verhalten im Strassenverkehr, mit Unfällen oder mit dem Kauf, Verkauf oder Leasing eines Fahrzeugs zu tun haben. Unerheblich dabei ist, in welcher Form Sie am Strassenverkehr teilnehmen: Fussgänger sind ebenso geschützt wie Velo- und Autofahrer.
Sie können den Verkehrsrechtsschutz sowohl als Baustein Ihrer Rechtsschutzversicherung als auch als separaten Tarif abschliessen.
So viel kostet eine Rechtsschutzversicherung
Die Kosten für eine Rechtsschutzversicherung lassen sich nur schwerlich pauschal angeben, da diese immer davon abhängig sind, welche Bestandteile in der Police enthalten sind und wie hoch die vereinbarte Deckungssumme ist. Ein einfacher Rechtsschutz für wenige Bereiche oder ein reiner Verkehrsrechtsschutz sind teilweise schon für einen zweistelligen Betrag pro Monat zu haben, ein umfassender Rechtsschutz kann aber auch vierstellige jährliche Beträge kosten. Wichtig dabei ist allerdings weniger die tatsächliche Summe, sondern das Verhältnis zu den durch die Versicherung gesparten Kosten. Eine günstige Versicherung, bei der Sie den Grossteil der juristischen Auseinandersetzungen selbst zahlen müssen, verursacht am Ende mehr Kosten als eine vermeintlich teure, die bei einem Konflikt alle Kosten übernimmt.
Viele Versicherer bieten bei den Prämien Rabatte für junge Menschen. Sie können auch sparen, wenn Sie mehrere Mitglieder eines Haushalts anmelden – viele Anbieter berechnen dann einen Pauschalpreis für den ganzen Haushalt, der meist deutlich günstiger ausfällt als die Prämien, die für mehrere einzelne Tarife berechnet würden. Allerdings werden in solchen Tarifen keine Kosten übernommen, die aufgrund von Streitigkeiten der Haushaltsmitglieder untereinander entstehen – so erstattet die Versicherung zum Beispiel keine Kosten, wenn ein zusammenlebendes Ehepaar sich scheiden lässt.
Wartezeit und Deckungssumme in der Rechtsschutzversicherung
In jeder Rechtsschutzversicherung gibt es eine Wartezeit, in der nach Vertragsschluss noch keine Leistungen übernommen werden können. Der Abschluss lohnt sich also nicht, wenn die Versicherung in einem bereits bestehenden Konflikt Leistungen erbringen soll. In der Regel müssen Versicherte drei Monate warten, bis sie Anspruch auf eine Kostenübernahme haben.
Ein ebenfalls wichtiger Punkt in der Rechtsschutzversicherung ist die Deckungssumme, da kein Anbieter Kosten für juristische Streitigkeiten in unbegrenzter Höhe anbietet. Die Wahl der Deckungssumme hat natürlich auch Einfluss auf die Versicherungsprämie, je höher die gewählte Summe ist, desto mehr müssen Sie für die Versicherung bezahlen. Die Wahl der Summe ist vor allem abhängig davon, für welche Bereiche Sie die Versicherung abschliessen – während es bei Auseinandersetzungen mit Vermietern häufig um Mietkosten und damit um eher niedrige Summen geht, können Auseinandersetzungen über Spitalkosten schnell sehr hohe Kosten produzieren. Die durchschnittliche Deckungssumme der Rechtsschutzversicherungen bei Streitigkeiten in der Schweiz beträgt 500 000 Franken.
Unser Fazit
Eine Rechtsschutzversicherung ist in der Schweiz zwar nicht obligatorisch, aber doch in vielen Fällen sehr nützlich. Viele Menschen bedenken nicht, dass juristische Streitigkeiten schnell entstehen können, auch ohne, dass sie bewusst etwas verschulden. Zudem bieten viele Rechtsschutzversicherungen neben der Kostenübernahme auch Beratung an, sodass Sie durch die Versicherung immer einen kompetenten Ansprechpartner in Rechtsfragen haben.
Welche Versicherung und welche Bausteine sich für Sie am besten eignen, ist vor allem von Ihren Lebensumständen abhängig. Fordern Sie deshalb unseren individuellen Vergleich an, der Ihnen genaue Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten in der Rechtsschutzversicherung gibt. Sichern Sie sich und Ihre Familie noch heute ab und fordern Sie Ihren persönlichen Vergleich an!
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Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.handelszeitung.ch – Rechtsschutz Schweiz Tipps
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